Sie befinden sich hier: Indikatoren und Benchmarks in der allgemeinen und beruflichen Bildung
Der entsprechende Bericht "Die konkreten und künftigen Ziele der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung" wurde vom Europäischen Rat im März 2001 auf seiner Frühjahrstagung in Stockholm angenommen. Er nennt drei strategische Ziele (und 13 damit zusammenhängende Teilziele), welche die Entwicklung der Bildungspolitiken in den Mitgliedsstaaten bis 2010 leiten sollten:
Zur Umsetzung dieser Ziele erarbeitete der EU-Bildungsministerrat ein Arbeitsprogramm - "Allgemeine und berufliche Bildung 2010", das im März 2002 vom Europäischen Rat in Barcelona gebilligt wurde. Dabei kommt die so genannte Methode der offenen Koordinierung zur Anwendung. Diese basiert auf dem Prinzip, gemeinsame Ziele freiwillig festzulegen, die von allen Mitgliedstaaten innerhalb eines gewissen Zeitraums erreicht werden sollen. Zum Instrumentarium für die Messung der Fortschritte gehören Indikatoren und europäische Bezugswerte ("Benchmarks").
Allgemeine und berufliche Bilung 2010
Schlussfolgerung des Rates zum Arbeitsprogramms
Im Mai 2003 wurden vom Rat "Bildung und Jugend" fünf EU-Benchmarks für allgemeine und berufliche Bildung festgelegt, die bis 2010 auf Gemeinschaftsebene erreicht werden sollen:
EU-Durchschnittswert von höchstens 10 % frühzeitiger Schulabgänger/innen erreicht werden.
Abschlüsse in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik soll die Gesamtzahl der Absolvent/innen des tertiären Bereichs in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik um mindestens 15 % steigen, wobei gleichzeitig das Geschlechterungleichgewicht abnehmen soll.
Mindestens 85 % der 22-Jährigen in der Europäischen Union sollen über einen Schulabschluss der Sekundarstufe II verfügen.
(Dieser Benchmark wird von Eurostat aufgrund der relativ geringen Anzahl an Befragten, auf die er sich im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung stützt, nur als eingeschränkt aussagekräftig eingeschätzt. Für die Fortschrittsberichterstattung im Rahmen des Arbeitsprogramms "Allgemeine und berufliche Bildung 2010" wird er daher gemeinsam mit dem Strukturindikator zum Schulerfolg auf der Grundlage des Anteils der 20- bis 24-Jährigen, die mindestens die Sekundarstufe II abgeschlossen haben, verwendet.)
Grundlegende Fertigkeiten: der Anteil der 15-Jährigen in der Europäischen Union, die im Bereich der Lesekompetenz schlechte Leistungen erzielen, im Vergleich zu 2000 um mindestens 20 % gesunken sein.
Lebenslanges Lernen: Bis 2010 soll der EU-Durchschnitt der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter (Altergruppe 25 bis 64 Jahre), die sich am lebenslangen Lernen beteiligen, mindestens 12,5 % betragen.
Im März 2004 riefen der Rat (Bildung) und die Europäische Kommission in ihrem gemeinsamen Zwischenbericht "Allgemeine und berufliche Bildung 2010 - Die Dringlichkeit von Reformen für den Erfolg der Lissabon-Strategie" dazu auf, unverzüglich Reformen der europäischen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung einzuleiten, damit die Europäische Union ihre sozialen und wirtschaftlichen Ziele erreichen kann. Rat und Kommission verpflichteten sich, alle zwei Jahre in einem Gemeinsamen Bericht über die Fortschritte bei der Umsetzung des Arbeitsprogramms "Allgemeine und berufliche Bildung 2010" Bericht zu erstatten.
Homepage der EU zur Umsetzung des Arbeitsprogramms
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Im Februar 2007 legte die Europäische Kommission die Mitteilung "Ein kohärenter Rahmen für Indikatoren und Benchmarks zur Beobachtung der Fortschritte bei der Erreichung der Lissabon-Ziele im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung" vor. Darin wird für die weitere Fortschrittsmessung im Bildungsbereich ein konzentriertes Set von 20 Basisindikatoren bzw. Indikatorenbereichen zur strategischen Begleitung und Lenkung des Arbeitsprogramms "Allgemeine und Berufliche Bildung 2010" vorgeschlagen. Auf 16 dieser Indikatoren konnte sich der am 24./25. Mai 2007 tagende Rat der EU-Bildungsminister verständigen.
Der vierte jährliche Fortschrittsbericht (SEC (2007) 1284) zur Umsetzung der Lissabon-Ziele, der am 3. Oktober 2007 veröffentlicht wurde, basiert bereits auf diesen 16 Kernindikatoren. Er wurde von der Generaldirektion Bildung und Kultur in enger Kooperation mit CRELL (Centre for Research on Lifelong Learning based on indicators and benchmarks), Eurostat und der Europaabteilung von Eurydice erstellt. Der Bericht zeigt, dass viele EU-Mitgliedstaaten bereits in bestimmten Bereichen zur Weltspitze zählen, aber insgesamt betrachtet ist der erzielte Fortschritt zur Erreichung der Lissabon-Ziele unzureichend.
Für die Nachfolgestrategie "Europe 2020" schlägt die EU fünf messbare Kernziele vor:
Nähere Informationen hierzu finden Sie in der BIBB-Ausgabe 19 "neues aus eurpa"
Studien, weiterführende Literatur:
(2010) Bewertung der Lissabon-Strategie der EU Kommission
(2010) Europa 2020 - Konsultation der Öffentlichkeit - Erster Überblick über die Ergebnisse der Kommisssion
Badescu, M. (2006): Measuring investment efficiency in education. (CRELL Research Paper ; 1) Badescu, M. (2006): Measuring the outputs and outcomes of vocational training - towards a coherent framework for indicators. (CRELL Research Paper ; 2) Badescu, M. (2007): Measuring investment efficiency in public education. Some cross-country comparative results. (CRELL Research Paper ; 5) Descy, P. ; Nestler, K. ; Tessaring, M. (2005): Internationally comparable statistics on education, training and skills: current state and prospects. In: European Journal of Vocational Training No 36 (2005), pp. 59-68 UNEVOC (2006) (ed.): Participation in formal technical and vocational education and training programmes worldwide : an initial statistical study European Commission (2002) (ed.): European social statistics: continuing vocational training survey (CVTS2). Data 1999